Mittwoch, 10. Februar 2016

Selbstbestimmung

Telefon laeutet. 21:30, ein Arbeitskollege. Eine wichtige Angelegenheit, weil so spaet. Von Herzen kommend. Lang ueberlegt, ob das anzusprechen sei. Das freut mich auch, das Vertrauen. Aber dann haut mich das Thema um: Ich hab eine Hose angehabt und ausserdem den Kolleginnen gesagt, sie koennen auch ruhig Hosen anziehen wenn sie es angenehmer finden, vor allem wenn es so kalt ist. Das faende er nicht gut, nicht respektvoll der Regierung gegenueber, schliesslich koenne jeden Moment wer reinkommen bei der Tuere und dann schaue es so aus, als waeren wir keine "ordentliche" Organisation. Nicht respektvoll der Lao Kultur gegenueber. Und ausserdem sehr unhoeflich. 

Selbstempathie...ganz viel....Selbstbestimmung, Frauenrechte, nieder dem Patriarchat schreit es in mir. Dann Schuldzuweisungen - so ein traditioneller Knirch, wie kommt er dazu, was soll das ueberhaupt, I am the boss, ich mach hier die Regeln (da muss ich schon innerhalb schmunzeln). Kurz Selbstzweifel - bin ich echt nicht respektvoll? Autsch, ich verschwinde in diesen entgegengesetzen, abwechselnden Wahrnehmungen. 

Dann: OK, wie geh ich damit in der Organisation um? Die Maedels sagen, sie wollen das anziehen koennen, was sie wollen. Aber er regt sich auf. Yeah, ich bin auf ihrer Seite (Verbuendete, noch dazu Laotinnen, schon bin ich weniger unsicher). Kann ihn aber auch nicht bloed dastehen lassen. Eine Teamdiskussion ueber Frauenrechte? Als Beispiel ins Gendertraining aufnehmen? Eine Abstimmung? Ein Gespraech unter vier Augen?

Kanns nicht entscheiden. Bin noch viel zu platt, ueberfahren, umgeworfen von dem was ich als Angriff auf meine innerste Entscheidungsfreiheit seh. Pause druecken.



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