Ich hab
Musik hoeren wieder entdeckt. Mit schoenen Klaenge und Woertern ist es so
einfach, Stimmungen und Gefuehle wahrzunehmen, fuehlen (ohne denken), was da
drin los ist. Heute in der Frueh hab ich dauernd das Lied im Kopf gehabt:
„And the eeeee-asy
silence that you maaake for me
it’s ok when there
is nothing more to say to me
then the peeeee-ace
and quiet you cre-aaate for me
and the way you
keep the wooorld at bay from me.”
(Dixie Chicks, easy silence)
Ich mag nicht nur die Woerter, sondern
eher den ruhigen, zufriedenen Rhythmus, der sagt, es ist gut so. Ich bin
aufgewacht und wollt mich zum Computer setzen. Kalt und angespannt. Getrieben
von Gedanken, dass ja das Budget noch fertig werden muss, die Evaluierung noch
kommentiert werden muss, die Baseline-Frageboegen fertig zu lesen und kommentieren
sei. Dann hab ich mich entschieden stattdessen eine Runde Laufen zu gehen, hab
Power Yoga gemacht und eine Stunde „total body relaxation“ CD gehoert und heiss
geduscht. Jetzt trink ich Kaffe und dann setz ich mich zum Computer. Warm und
entspannt. Zufrieden. Zufrieden denk ich mir statt „baeeehh budget“, „woaw, ich mach das hier eigentlich auch
manchmal verdammt gut und kann zufrieden mit mir sein“.
Die „nicht genug“ Gedanken: Nicht
genug arbeiten, nicht gut genug sein, nicht genug Erfahrung haben,... Ich moecht
mir viel lieber denken, dass das was schon da ist, was ich bin, schoen ist. Und
gleichzeitig mutig sein, dass was ich mir ertraeume, auch wirklich zu
verfolgen. Ich war voll oft neidig auf Leute mit Auslandserfahrung. Jetzt mach
ich hier voll viele neue Erfahrungen und – ja – ich hab recht gehabt, das zu
wollen. Ich bin so unglaublich froh ueber diese Erfahrungen und glaub, dass ich ohne sie in dem „mehr wollen“
Zustand geblieben waere. Aber dieser Unterschied zwischen dem positiven „mehr
wollen“ und dem negativen „nicht genug“ denken ist mir gerade bewusst geworden.
„Mehr wollen“ ist Traeumen, „nicht
genug“ sein ist Schaemen.
Eine Kollegin mit fuenfzehn Jahren
Auslandserfahrung schaemt sich vor mir, nicht genug ueber manche Dinge zu
wissen. Andere, die meiner Meinung nach nicht viel ueber manche Dinge wissen,
sind total von sich selbst ueberzeugt. Es ist immer relativ und Ansichtssache.
Nicht was andere denken oder die Fakten schaffen das nicht genug Gefuehl,
sondern was man selbst ueber sich denkt. Ich mag heute das easy silence Lied, weil
ich mir denk, es ist ok, ich kann mir selber inneren Frieden und Ruhe schaffen,
indem ich die „nicht genug“ Gedanken umwandle und mir das anschaue, was schon
da ist, und worauf ich bauen kann um das zu erreichen, wovon ich traeume.
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