Donnerstag, 17. September 2015

Conversaciones telefonicas

"Hoy pense... que si nos parecemos en algunas cosas. En el gusto por lo nuevo, en el gusto por los retos y el movimiento." 

"Alles gut, ein Maedchen. Ich bin gluecklich."

"Eine lose-lose Situation fuer mich."

Stimmen aus anderen Welten, die weit weg sind aber denen ich mich so verbunden fuehle. Es braucht nur ein paar Worte und die Verbindung ist da, magisch! Taegliche Geschenke. 


Freitag, 11. September 2015

Traeume(nd) leben

Ich hab von M. erzaehlt und dass fuer ihn ein Traum in Erfuellung gegangen ist mit dem "auf grossen Buehnen spielen". Ganz sachlich hat meine Kollegin gesagt, er lebt seinen Traum.

Traeumen heisst auch sich eingestehen, dass man Wuensche und Beduerfnisse hat und zu denen zu stehen. Auch wenn andere sie vielleicht komisch finden oder denken, dass man das nie schafft. Ich find Traeumen im Prinzip gut und schoen, aber trau ich mich wirklich sie ehrlich zu denken oder ueberhaupt auszusprechen? Nein. Was ist dann mit sie leben? Wahrscheinlich tu ich das schon unterbewusst, aber wie waer es, wenn ich es bewusst mache? Wie stark! 

Meine Traeume sind irgendwo verschuettet. Ich weiss manchmal gar nicht, was sie sind - manchmal bin ich eifersuechtig auf Leute, die welche haben und sie kennen (und verfolgen). Heute ist mir ein Knopf aufgegangen, wie einfach Traeumen ist.

Die Maedels aus meinem Team haben solche Traeume: Englisch lernen (um einen besseren Job zu bekommen?), einen Master im Ausland machen zu koennen (fuer jemanden, dessen Familie nicht mal Grundschule absolviert hat, und dessen ethnische Gruppe extrem benachteiligt ist, ein Wahnsinnstraum), ein eigenes Business aufzumachen und selbstaendig zu sein (ebenfalls von einem Maedchen vom Land, aus deren Dorf ausser ihr kein Mensch Schule fertig hat), dass es der Familie gut geht und noch mal Englisch lernen. Das sind alles Traeume, die recht konkret sind und voll machbar scheinen. Ich fuehl mich erleichtert fuer sie!

Vielleicht braucht man auch keine Angst haben, Traeume auszusprechen weil sie sich aendern koennen. Zum Beispiel, sobald man sie erfuellt hat. Es ist dann nicht aus mit dem Traeumen. B. erzaehlt sie hat immer den Traum gehabt, weiche weisse Haende zu haben, weil in ihrem Dorf immer alles so dreckig war. Sogar nach dem Duschen war man sofort wieder dreckig. Das hat sie erreicht. Jetzt der Master-im-Ausland-Traum. Ich hab ihnen erzaehlt, dass ich den Traum gehabt hab, in ein Land weit weg zu gehen, das ich nicht kenn, dessen Sprache ich nicht sprech und wo ich niemanden kenn, alles neu ist. Und mich dort umschau und zurecht finde. Und schau, wie ich hilfreich sein kann. Das ist in Erfuellung gegangen. Finden sie voll lustig und komisch.

Was sind meine anderen Traeume, dich ich schon erfuellt hab? Und die naechsten? Die kleinen und was ist mit den ganz grossen? Wo sind die neuen Grenzen und unbekannten Ufer, die ich erforschen will? Lao lernen, momentan. Ein kleiner grosser Traum.

Sonntag, 6. September 2015

Ausfloesung

Im Neuen loest sich Bekanntes auf oder definiert sich neu. "Putzfrau" zum Beispiel ist hier Pa - meine Freundin, Nachbarin und Link zu meiner Laos Familie, Sie hat mir die ersten Buchstaben in Lao beigebracht, sie erinnert mich ans nach Hause gehen wenn ich um acht noch im Buero sitze oder dauernd (!!!) beim Essen daran, dass ich mehr essen soll. Mit ihr war ich heute im "Garten" - pai suan - die Beschaeftigung aller Leute in Khua, auch solcher, die unter der Woche arbeiten, dann halt am Wochenende. Der Garten ist ein Stueck Land oben am Berg, zu erreichen zu Fuss sehr steil die rutschigen Wege hinauf und hinunter. Mit einem kleinen Bambushaus zum Schutz vor Sonne und Regen, in dem gekocht, gearbeitet und geschlafen wird. Heute war Galangal-Ernte. Das sind so kleine gruene Kuegelchen, die vom Stengel geschaelt werden. Die Aufgaben sind entweder im Garten mit der Machete die Fruechte zu holen oder vor dem Haus zu sitzen und die Kugeln vom Ast zu klauben. Heute war die ganze Family dabei: die beiden Cousinen, die aus dem Dorf gekommen sind um in Khua zu studieren und fuer ein Jahr da wohnen, die Mutter die im Hintergrund alles unter Kontrolle hat, der Bruder der mit blossen Haenden und Fuessen auf einen zwanzig Meter Baum klettern kann und die Kinder von den Nachbarn. Und Dam, der Kleine. Das Lustigste war der Weg hinunter mit Dam auf dem Ruecken oder sehr schweren Galangal-Saecken. Der Bruder hat sich einen Sack den Ruecken gebunden und heisst seitdem "to-thau" = altes Tier = Schildkroete. Im Regen und Gatsch den Berg runterrutschen und voll durchnaesst ankommen und unter der Regenrinne duschen - Kopfphoto!!!

"Boss" bin ich in dem Fall, auch eine Grenzverschiebung. Einer der Projektmanager sagt zum Spass "boss" zu mir. Irgendwie lustig. Er weiss glaub ich, dass ich es nicht so ernst nehme mit den Grenzen.

"Beneficiary" laesst sich auf dem Papier leicht sagen (keine Ahnung welches Bild ich von beneficiaries sonst gehabt hab, aber jedenfalls ziemlich getrennt von mir und meinem Leben). Jetzt sitzen beneficiaries mit mir beim Abendessen  (der Buergermeister von einem Dorf in dem wir arbeiten und seine Tochter in Pas Haus), rufen mich an und fragen wie es geht und was ich heute gegessen hab (der Buergermeister aus Kading, bei dem ich drei Tage war) oder sind super nette KollegInnen, mit denen ich Aerobic machen oder Lao ueben kann. Abgesehen davon, dass ich diese Bezeichnung noch nie gemocht habe, funktioniert sie in Realitaet einfach nicht. Scheint aber nuetzliche zu sein, weil andauernd Leute aus Australien nach beneficiary numbers fragen. Seitenwechsel.





Donnerstag, 3. September 2015

Kopfphotos

Den Kopf aus dem Autofenster in die Abendluft stecken und den Blick ueber die gruenen Huegel von Muang Mai geniessen. Ein paar Huegel weiter regnet es und da fahren wir gleich hinein, aber von diesem "Kopfphoto" aus sehe ich noch die zerrissenen weissen Wolkenfetzen ueber den Huegeln. Grellgruener Hintergrund, der langsam im Finstern verschwindet. Aufsaugen. 


Den steilen Weg zu meinem Haus hinauf, ueber die Strasse, die nach zwei Monaten Regen schon sehr zerschlagen ist. Im Finstern. In meinen Ohren zirpen die Zirkaden so laut, dass es in meinem ganzen Kopf widerhalllt und ich stehen bleib und meine Augen zu mach, fuer einen  Moment. Die Luft ist warm aber erfrischend im Vergleich zur drueckenden Hitze untertags. Geniessen.


Besuch von Khamhag und Dam kurz vorm Schlafengehen. Beide ihren ersten Schultag gehabt heute - der eine nach drei Monaten Ferien jetzt in der 5. Klasse, der andere seinen ersten Schultag ueberhaupt. Sie erzaehlen begeistert. Und machen mir das Alphabet vor. K Khai wie Henne, G Gkai wie Ei und so weiter. Ansteckend die Begeisterung.