Donnerstag, 22. Januar 2015

Phongsaly

Heute nur ein paar Fotoeindrücke weil ich suuuper müde bin und gleich ins Bett fall - sozusagen zum 1. Mal in "mein Bett", juhuuu!! Deswegen ein Haus, auch wenn es nicht "mein Haus" ist, aber so ca. schauen die Häuser in Muang Khua aus.

Phongsaly (6 Std. nördlich von Khua) ist fast schon China. Lauter chinesisch ausschauende Leute, chinesisch-Dialekt sprechende Leute, chinesische SUVs mit verspiegelten Scheiben und chinesische Kautschukplantagen. Und unglaublich viele chinesische LKWs die Beton zu den Staudämmen und Mais nach China bringen. Geld für ein paar.


Auflösung: Lotto!!! :-)

Frage der Woche: Kann ich das alles gut genug?!?!! Mal schauen...

Samstag, 17. Januar 2015

Was daraus wird


Diese Woche war ich beim Besuch von einem Evaluierungsteam von einem 10 Jahres Projekt mit. Allein schon deswegen spannend, weil Projekte ja selten überhaupt so lange dauern. Und dann selten so auf den Punkt gebracht analysiert werden. OK, das Projekt wurde in einer anderen Ära der Entwicklungspolitik designt (zumindest hier in Laos) - da gings noch darum, Straßen zu bauen und Wasserinfrastruktur und Tiere zu verteilen. Trotzdem, die lessons sind frappierend aktuell weil lang bekannt:
 
...Infrastruktur und Investitionen alleine funktionieren nicht, solange es nicht die sozialen Strukturen gibt, die das Ganze zusammenhalten. Wassertanks ohne Wasser-Management-Komittees bringts nicht, sie verfallen sofort wieder, wenn sich niemand darum kümmert.
...der ganz spezifische lokale Kontext und die Geschichte zählen. Leute, die nicht gewohnt sind, ihr Leben in Gruppen zu organisieren, werden das nicht von heute auf morgen machen (nicht mal in 10 Jahren). Die Prai sind eine ethnische Minderheit, die immer schon zerstreut leben statt in großen Ansammlungen und ihre Felder individuell statt im Dorfverband anbauen und auch heute aufgrund ihrer Rolle im Krieg politisch isoliert sind (= Gegenteil von Gruppenbildung). Die Dörfer ein paar km weiter unten sind komplett anders organisiert. Das Angebot muss also für die Leute passen und auch gewollt werden. Kleine, sinnvolle Schritte.
...das Genaue ist wichtig, super umsichtige Planung: Nicht nur "wie können sie neue Sorten anbauen" (Schwammerl in dem Fall), sondern wie wird Marktinformation weitergegeben, wie können Leute selber ihre Produkte und Angebote weiterentwickeln und anpassen, wie können Netzwerke von ProduzentInnen gebildet werden, was machen Männer, was Frauen, wer profitiert.... es ist komplex.

Wird zum Glück in vielen Projekten eh schon anders gemacht, aber trotzdem spannend zu sehen, was herauskommt, wenn es nicht so ist! Und nix gegen Straßen: Bis vor ein paar Jahren gabs dort nichts außer einem Hubschrauberlandeplatz für amerikanische Opium-Transporte!



Freitag, 9. Januar 2015

Woche 1

Müde ist wahrscheinlich das erste Wort, das mir einfällt zu diesem Anfang. So viel Neues, das in meinem Kopf Platz haben will. Puhhf. Dazwischen lüftet sich der Vorhang und es kommen ein paar Perlen zum Vorschein:

...schmunzelnd: jeden Tag zwischen 12 und 1 spielt Mann an meinem neuen Arbeitsplatz pétanque (alias boccia, ein sehr französisches Überbleibsel);
...bewundernd: es gibt ein öffentliches Fitnesscenter - im Park neben einer riesigen Statue und Hammer und Sichel Fahne stehen so gelbe Fitness-Mörder-Maschinen;
...traurig: alle, die bisher in meinem Leben eine Rolle gespielt haben, sind gerade etwas weit weg und haben erst Mittag gegessen wenn ich schlafen geh;
...freudig: es wird unglaublich viel zu tun sein und ich werd viel herumkommen, aber yeah, genau das will ich gerade machen;
...erkennend: ich hab Respekt vor älteren Männern mit viel Auslandserfahrung, weil ich glaub ich hab davon zu wenig. Aber, ich bin gut da wo ich bin. Und bin auch schon einen Weg gegangen. Meinen Weg.
...auf die Schulter klopfend: es ist viel Neues, aber ich kann es wo einordnen, das ist echt cool;
...verwirrt: ein 2 Klassen System zwischen "nationalen" und "internationalen" Angestellten und niemand findet das komisch? 
...aufgeregt: da wo ich wohnen werde ist die Beschäftigung am Abend Badminton spielen und....pétanque! 
...genießend: Momente alleine mit mir, wie lecker Abendessen oder lesen.

Ganz schön viel auf einmal, haha! Das war ja eher über mich. Dann gibts noch ganz viele Sachen, die ich über Laos schreiben könnte. Dafür wollt ich den blog ja machen. Also eine Anekdote: Heute am Heimweg standen auf der Straße alle 10 Meter so Klapptische mit Leuten, die eine pinke Hello Kitty Lampe und eine lange Liste mit Zahlen (oder so) vor sich hatten. First guess: Sie zählen und registrieren Fußgänger oder Autos. Second guess: ein Marathon. Third guess: Samstag ist Klassenlotterie in Laos und sie verkaufen Lottozahlen. Auflösung folgt.



Sonntag, 4. Januar 2015

Feiern

Mit dem Flugzeug reisen geht so schnell - gerade eben noch Silvester Kater auskuriert, dann ein paar verschlafene Flugzeugstunden und schon bin ich in Vientiane. Mein Kopf aber noch in Wien. Was ich die letzten Wochen gemacht habe? 
...Reichtum an Beziehung feiern
...Reichtum an Freundschaften feiern
...Familie genießen.

Aufgefüllt bis oben hin mit good vibrations!!! Wegfahren hat mir alles, was ist, voll bewusst gemacht. Zeit genießen. Wichtig waren gerade wichtige Menschen. 

2015?! Ich möchte MUTIG sein. Von einer Freundin zum Geburtstag bekommen: "Die Welt braucht mehr Räubertöchter und weniger Prinzessinnen." Für mich heißt das, mich zu trauen, so zu sein wie ich bin und mich so zu zeigen. Mutig auf das Unbekannte zuzugehen. 2015 möchte ich 
...schöne unbekannte Orte kennenlernen und genießen, viel draußen sein, offen sein für Neues, Fremdes verstehen lernen, mir "Fehler" erlauben und nett zu mir sein. 

Ein Blick auf die Straßen von Vientiane: Erster Eindruck - es geht hier seeeehr gechillt zu. Wenig Verkehr, wenig Leute und überhaupt alles nicht soooo riesig. Yogamatte gesucht und Campingmatte (mit Nagetierzahnspuren) gefunden. Auch gut.

Kurz hab ich überlegt, ob ichs peinlich finde einen blog zu haben. Zum Beispiel deswegen: http://stuffexpataidworkerslike.com/2011/04/11/44-blogging-for-the-folks-back-home/ Aber, es ist was es ist. Muss ja keiner lesen, den es nicht interessiert. Und wer weiß, vielleicht geht der blog nachher weiter. Oder hört vorher auf?