Einschlafen
als meine Augen zufallen im Licht der Stirnlampe unter meinem Moskitonetz. Aufwachen
und auf meiner Terasse in der Haengematte gegen die Morgensonne blinzelnd weiter
dieses wunderbare Buch lesend. Ich erinnere mich daran wieso ich, seit
ich mich erinnern kann, so gerne lese. Die Schoenheit der verschiedenen Welten
erkunden. Die Gedanken auf diesen Pfaden schweifen lassen. Entdecken.
Vielleicht
kann ich auch mein Notizbuch nehmen und dauernd drauflos kritzeln, Erinnerungen
festhalten und sie vielleicht einmal teilen?
Ein paar
Stellen moechte ich mir merken, sie haben etwas in mir bewegt.
„The lament is familiar to nearly everyone. To care about
the world, we have to open our hearts, but opening them, we make them easier to
break.” William De Buys, The last unicorn.
Ich bin frustriert
und traurig. So oft. Vielleicht genauso oft bin ich gluecklich, ueberrascht und
aufgeregt. Momente die mich frustriert und traurig machen? Wenn ich versuche,
fuer etwas einzutreten, und das nicht verstanden oder geteilt wird. Die
Spargruppen sollen doch fuer die Frauen sein, ein spezieller Ort, an dem sie
sich austauschen koennen, ueben mit Zahlen umzugehen, Kontrolle ueber ihr Geld
haben, etwas mehr Autonomie geniessen koennen. Das Team, das die Lao Women’s Union
alles Geld wegnehmen laesst, um es in einem Regierungs-Sparverein umzusetzen.
Das die obersten drei im Dorf entscheiden lasst, anstatt alle Gruppenmitglieder
ihre Entscheidungen treffen zu lassen. Das die Regeln so umgeht, dass am Ende
wieder ein paar profitieren. Regeln bricht und aendert, ohne es zu diskutieren
vorher. Wieder den naibhan die Frauengruppe dominieren laesst. Wieder die Akha
sprechende Gruppe in Lao vollquatscht ohne die Vorbereitung mit Bildern ernst
zu nehmen. Ihnen Text auf Lao gibt, obwohl sie nicht lesen koennen. Ich will
ein Team, dass die Regeln bricht, um Dinge besser zu machen, das selbst denkt,
nicht eines, das die top down Hierarchie Mentalitaet reproduziert. Ich
bin frustriert weil mein Herz offen ist.
“I walk robotically, unanxious and relieved to be heading
home, a place of many definitions. Were my legs less wooden, I might feel a
sense of elation. As it is, I try to make my mind smooth, a concept
borrowed from Apache lore. The idea is to keep the flow of awareness open, not
to let extraneous thoughts and feelings intrude, to think only I will place
one foot and will leap from it to that one. And not to allow the dissent of
countervoices, like I haven’t spring enough in my legs to do it or They
are watching me or I cannot bear another dunking. The smooth mind is
purged from distraction and self-consciousness. As though refusing delivery of
a letter, it rejects the complaint of the inflamed knee, the empty stomach, the
weary spirit. If the mind is smooth, nothing unwanted can snag on it. Easier
said than done.” William De Buys, The last unicorn.
1. Ich will
gehen! Und 2.: Wie viele Gegenstimmen hab ich normalerweise in meinem Kopf, die
das Leben schwer machen? Ausschnitte von Gegenstimmen aus einem Meeting
gestern: Wie kann der nur so gelangweilt dasitzen, waehrend wir uns so intensiv
auf dieses Meeting vorbereitet haben; fuenf Leute aus meinem Team verschwenden
ihre Zeit hier, das kostet Geld, waehrend der einfach waehrend der wichtigsten
Praesentation rausgeht; der andere ist ein Idiot (das hab ich sogar in meinen
Block aufgeschrieben) – wir praesentieren ihm die Resultate der letzten zwei
Jahre Arbeit und seine Antwort ist bloss eine Beschwerde dass wir ihm vor einem
Jahr nicht doppeltes Taggeld gegeben haben, das ist korrupt und idiotisch, wie
soll denn sein Team arbeiten, wenn der Chef so ein Vollkoffer ist; das
Krankenhaus ist so dreckig dass einem schlecht wird, die paar Betten fallen
halb auseinander und ueberall liegt Muell herum und Staub, wenn sie schon kein
Geld haben, wieso koennen sie es nicht wenigstens putzen; und so geht es noch
weiter... Kein Wunder dass das Meeting nicht smooth war – mein Kopf war alles
andere als smooth. Trotzdem, wundersame Dinge geschehen in Laos, und der Herr
von ganz oben hat unser Anliegen unterztuetzt, so dass es egal war, was meine
Kopfstimmen – gerechtfertigterweise – als problematisch bezeichnet haben.
Sie
ausschalten? Durch Praesenz. Und Fokus auf das Momentane. Ein Schritt vor dem
naechsten, ich kann nicht die ganze Welt umkrempeln mit einem Schlag. Wenn ich
das weiter versuche, vertraurige ich. Wenn
eine Gruppe funktioniert, ein meeting gut geleitet wird, eine Person mein Anliegen
versteht, ist auch schon etwass gewonnen. Gegenstimmen Ausschalten funktioniert
mit Fokus auf das Positive und mini baby Schritte. Und ein bisschen mehr
coolness. Beim Mittagessen frage ich eine andere Person zu der Spargruppe und
sie hat es gecheckt. Yeahhh! Mein Kollege blinzelt mir zu nach dem Meeting und
fragt, ob er eh nicht zu hart war. Yeahh! Alliierte suchen.
Manchmal
fuehl ich mich zerrissen hier. Hoch und tief, hoch und tief. Wenn das Herz
offen ist, gibt es dauernd so viele angenehme und unangenehme Dinge auf einmal.
Lebendig.
Und um die
Balance zu halten, muss das Grosse Ganze stimmen. Das, was man tut, passt.
„One evening by the tents I asked Robichaud, „How do you
maintain optimism?“. He looked at me, deadpan. “What makes you sure I do?” he
answered. And yet the next day, I watched him on the trail, in his element,
even under averse conditions, it seemed to me I was looking at a man who, if
not described by the narrow term happy, was fundamentally at peace with
what he was doing.” William De Buys, The last unicorn.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen