Donnerstag, 20. Oktober 2016

Tjep hua**

** Laotisch für: mein Kopf tut weh, sinngemäß: etwas ist mühsam oder anstrengend.

Mein Kopf tut oft weh. Heute zum Beispiel, Arbeit von sieben Uhr in der Früh bis 7 Uhr am Abend. Vor einem Computerbildschirm, am Telefon, unterbrochen von Kopfzerbrechen über eine nicht funktionierende Festplatte mit allen meinen Daten, in einem kleinen Zimmer bei schönem Wetter. Grantig über das alles und grantig bei meetings. Schlechtes Gewissen darüber. Tjep hua.

Lao Leute zerbrechen sich viel weniger den Kopf über Arbeit. Es gibt einfach so viele andere mindestens gleich wichtige Dinge außerhalb davon. Am Abend im Restaurant bei den Eltern mithelfen, am Wochenende ein Training zu mushroom farming anzubieten, der Gemüsegarten, die Schule vom Kind, das facebook post, das Mittagessen und Abendessen. Viele, viele andere Dinge.

Ich interpretiere das gewöhnlich als fehlende Motivation (oder an schlechten Tagen sogar als Mangel an Respekt). Obwohl ich es besser wissen sollte. Wäre ich etwas weniger müde und mehr entspannt, würde ich mir denken, ich könnte mir gern eine Scheibe davon abschneiden.

Zum Beispiel das: 

"Das Problem ist, dass Bedeutung - das Wichtigsein der Dinge - Anhaftung bedeutet. Alles, an dem wir anhaften, hat das Potenzial sich umzudrehen und uns zu beißen. Die Buddhisten machen einen ziemlichen Wirbel um diese Sache mit der Anhaftung. Es läßt sich leicht erkennen warum, denn es ist ihr Äquivalent zur Sünde. Die Freiheit von Anhaftung bringt uns der totalen Freiheit ein gutes Stück näher. (...) Bedeutung in jeder Form ist Anhaftung und Anhaftung bringt eine Form von Spannung mit sich. Wenn die Bedeutung verschwindet, verschwindet die Anhaftung - und damit auch die Spannung." (John Parkin, Fuck It)

Also: Wenn ich es leichter nehme, nicht so wichtig, geht es leichter. Ergebnis dasselbe - oder sogar besser - aber mit weniger Kraftverlust. Kann ich vom Computer hochschauen und eine Runde an die frische Luft gehen und mir Fuck It denken und dann gut gelaunt ins Meeting gehen? Ist ein bisschen wie mich selber anschummeln, weil ich es tief drinnen so super ernst nehm. Oder mir mit einem Augenzwinkern selber sagen, come on, sei nicht so. Vielleicht kann man das üben und dann wirds tatsächlich weniger ernst und lustiger.

Es ist mir halt auch ernst :-))


Butterfly games.


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