Freitag, 28. Oktober 2016

Pa mai**

** Laotisch fuer Wald. Baeume.


In der Kueche des Buergermeisters treff ich einen Mitarbeiter der Landwirtschaftssektion. Er sei hier um ueber den Wald und ein geplantes Vorhaben der Vientamesen zu sprechen. Als er weg ist, erklaeren der Buergermeister und ein zweiter Mann, dessen Cardamomgarten wir zuvor besucht haben, dass die Sektion da war, um ihnen zu sagen, sie duerfen den Wald nicht abholzen, jedenfalls nicht mehr als ausgemacht ist.


Moment - Wald abholzen? Wieso erklaert die Regierung das den Bauern? Wer hier abholzt, ist doch die Regierung selbst. Ich frage nach und bekomme folgende Geschichte erzaehlt:


Seit 2003, also dreizehn Jahren, kommen vietnamesische Holzarbeiter in den Wald ihres Dorfes um die grossen, wertvollen Tropenhoelzer zu faellen. Mittlerweile gibt es richtigen Wald nur mehr an zwei Stellen. Um eine davon ging es in dem Besuch der Sektion. Die Bezirksregierung vergibt Quota an die vietnamesische Firma und bekommt dafuer bezahlt. In Wirklichkeit nimmmt die Firma mehr als die ausgemachte Anzahl der Baeume. Lastwaegen werden angefuellt, innen mit Holz, aussen mit Mais, und ueberqueren die nahe gelegene Grenze zu Vietnam. Der Sektionsmann wollte sicherstellen, dass die Quota nicht ueberschritten wird und der Regierung kein Geld entgeht.


Und was haben die Bauern davon? Geld jedenfalls nicht. Keinen einzigen Groschen haben sie bekommen fuer die Millionen Dollar an Tropenholz. Seit Jahren fragen sie an, ob sie dafuer eine Dorforganisation, also ein Haus fuer Treffen im Dorf, bekommen koennen. Bis heute - NICHTS. So ein Haus ist nicht einmal ein halber Tropenholzbaum. Die Schule haben sie selber gebaut, zusammengezimmert aus billigem Holz das noch uebrig war.


Waehrend die Bauern fuer ihre Subsistenz hart arbeiten muessen und weiterhin arm sind, haben in den dreizehn Jahren mehrere Bezirksvorsteher viele Hektar an Kautschukplantagen und einige teure SUVs angehaeuft. Der Rest des Reichtums geht an Vientiane.


Wir kommen und verteilen Fische, Cardamomplanzen, versuchen Einkommensmoeglichkeiten zu schaffen durch Oefen zum Trocknen von Bambus. Haetten sie auch nur 1% des Werts des Waldes bekommen, der waehrend mehr als einem Jahrzehnt rund um ihr Dorf gefaellt wurde, waeren diese Bauern um Vieles reicher als unsere gesamte Organisation. Traurig. Unfair. Wuetend.



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