Meine Traeume sind irgendwo verschuettet. Ich weiss manchmal gar nicht, was sie sind - manchmal bin ich eifersuechtig auf Leute, die welche haben und sie kennen (und verfolgen). Heute ist mir ein Knopf aufgegangen, wie einfach Traeumen ist.
Die Maedels aus meinem Team haben solche Traeume: Englisch lernen (um einen besseren Job zu bekommen?), einen Master im Ausland machen zu koennen (fuer jemanden, dessen Familie nicht mal Grundschule absolviert hat, und dessen ethnische Gruppe extrem benachteiligt ist, ein Wahnsinnstraum), ein eigenes Business aufzumachen und selbstaendig zu sein (ebenfalls von einem Maedchen vom Land, aus deren Dorf ausser ihr kein Mensch Schule fertig hat), dass es der Familie gut geht und noch mal Englisch lernen. Das sind alles Traeume, die recht konkret sind und voll machbar scheinen. Ich fuehl mich erleichtert fuer sie!
Vielleicht braucht man auch keine Angst haben, Traeume auszusprechen weil sie sich aendern koennen. Zum Beispiel, sobald man sie erfuellt hat. Es ist dann nicht aus mit dem Traeumen. B. erzaehlt sie hat immer den Traum gehabt, weiche weisse Haende zu haben, weil in ihrem Dorf immer alles so dreckig war. Sogar nach dem Duschen war man sofort wieder dreckig. Das hat sie erreicht. Jetzt der Master-im-Ausland-Traum. Ich hab ihnen erzaehlt, dass ich den Traum gehabt hab, in ein Land weit weg zu gehen, das ich nicht kenn, dessen Sprache ich nicht sprech und wo ich niemanden kenn, alles neu ist. Und mich dort umschau und zurecht finde. Und schau, wie ich hilfreich sein kann. Das ist in Erfuellung gegangen. Finden sie voll lustig und komisch.
Was sind meine anderen Traeume, dich ich schon erfuellt hab? Und die naechsten? Die kleinen und was ist mit den ganz grossen? Wo sind die neuen Grenzen und unbekannten Ufer, die ich erforschen will? Lao lernen, momentan. Ein kleiner grosser Traum.
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