Die gleiche Geschichte in zwei Versionen - einmal wuetend und traurig und dann traurig und muede.
Gestern Abend:
"Stupid falang. Drei Mal ist mir in den letzten vier Monaten Geld gestohlen worden.
Dieses Mal aus meinem Haus! Mein Geldboersel liegt offen am Boden und schon
wieder fehlt was.
Erstes Mal,
der Schock mit den Hotel, mitten aus dem Schlaf gerissen und dieser Typ in
meinem Zimmer. Zweites Mal die Enttaeuschung dass so was auf einem netten
Familienfest passiert. Picknick im Wald mit Fisch grillen und Bier. Und dann
das. Und jetzt – aus meinem Haus!!! Zwei Mal innerhalb von zwei Wochen. Der einzige Ort hier, wo ich mich bis jetzt
super wohl und sicher gefuehlt hab. Soll ich den kleinen Bub, meinen Freund,
verdaechtigen? Oder den Bruder von Pa, der Drogen nimmt? Oder ein anderer, der
schnell mal reingeschaut hat, waehrend ich drueben Abendessen war?
Es sind
nicht die scheiss vierzig Euro aber das Gefuehl, verarscht zu werden. Hier
nicht heimisch zu sein. Anders. Bin ich sowieso. Aber hey, das ist so unfair. Mach ich auch nicht. Ploetzlich so viel Traurigkeit
und Alleinsein. Keine Freundin, die ich schnell anrufen kann und erzaehlen.
Niemand, ausser Pas Familie, die fragen, was ich am Wochenende mach.
Ich will Teilhaben.
Und aufgefangen werden. Manchmal fuehl ich mich allein."
Heute Vormittag:
"Erster Schritt aus der Haustuer und da steht mein kleiner Freund, der Nachbarsbub, der gestern in meinem Haus gespielt hat, mit einem grossen, neuen Spielzeuggewehr, das er sich normalerweise nie leisten kann. - Hast du mein Geld gesehen gestern? - Nein. Gespraech mit Pa - er hat schon oft Sachen genommen, auch aus ihrem Haus, Geld von ihrer Mama, Essen.
Jetzt fuehl ich mich nicht mehr wuetend und anders, aber traurig fuer den kleinen Bub. Ja, seine Eltern sind arm, sein Vater drogensuechtig. Traurig, weil er scheinbar diese Grenzen nicht kennt. Und fuer mich - weil da Naehe und ein Vertrauen waren und jetzt Misstrauen herrscht.
Das allein Fuehlen bleibt. Hat wahrscheinlich nicht so viel mit den vierzig Euro zu tun."
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