Montag, 31. August 2015

Erstens, Zweitens und Drittens



Thi nüung: Freundschaften knüpfen ohne Sprache ist nicht so leicht. Beruht mehr auf einem Gefühl für eine Person.  Oder den kleinen Gesten. Essen kochen und es nicht allein essen, rüber gehen damit zu den Nachbarn, ihnen beim Kochen zuschauen und dann gemeinsam essen. Noch gemeinsam ein Bier trinken oder diesen Höllenschnaps. Dem Hund ein Halsband mitbringen.
Überraschungen gibt’s auch dabei. Ein Treffen ist für Samstag Vormittag ausgemacht, nur die Uhrzeit nicht genau festgelegt, aber der meldet sich einfach nicht mehr auf meine Nachfrage hin. Ich trau mich nicht anzurufen, weil ich nicht nerven will, aber ärger mich dafür den ganzen Tag. Feig! Ich koche, die Mädels kommen nicht. Missverständnis oder Kultur der (Un)Verbindlichkeit? Ich bin verstimmt. Oder das: Ich melde mich per skype und schlag ein Treffen vor, aber es kommt keine Antwort. Jetzt melde ich mich sicher nicht mehr! Beleidigt.
Ich finds schwer, solche für mich mangelnde positive Rückmeldung nicht komplett negativ zu interpretieren. Trau mich auch nicht nachfragen, um diese Beziehungen zu klären. Aus Angst bedürftig zu wirken. Schade, das bricht Brücken herunter, bevor sie entstehen können.

Thi sorng: Das mit der Angst ist eine komische Sache. Ich hab jetzt bei anderen Leuten diese Angst, was falsch zu machen oder blöd dazustehen, die ich kenn von mir in letzter Zeit, beobachtet. Das ist voll abschreckend. Macht die Angsthaber voll klein und nimmt Freude. Behindert auch Verbindung und Beziehungen. Und es kann falsch verstanden werden. Zum Beispiel aus Angst, schlecht vorbereitet zu sein, den ganzen Abend mit Vorbereitung zu verbringen, anstatt mit Kollegen feiernd. Kann als Desinteresse verstanden werden. Oder so viel vorzubereiten, dass es andere einschüchtert und den Spass am Lernen (= nicht perfekt sein dürfen) mindert. Lustig dass es genau zwei Personen sind, vor denen ich Angst hatte, die jetzt scheinbar voreinander Angst haben. 

Thi saam: Wieso ist mein Regenschirm vor der Haustür verschwunden und hängt dann ganz selbstverständlich bei den Nachbarn im Wohnzimmer? Wieso war die Lichterkette/Geschenk im Wohnzimmer (anstatt vor der Haustür) und ist jetzt ganz weg? Wieso tauchen immer wieder neue Dinge bei mir in der Wohnung auf? (z.B.: ein Mistkübel, Teller, ...) Verständnis von Eigentum? 

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